Pidewidewit . . . .



Pidewidewit, dein Mann soll kommen,
Pidewidewit, er ist schon da.
Pidewidewit, er hat gestohlen,
Pidewidewit, ein Scheffel Korn.
Pidewidewit, er wird gehangen,
Pidewidewit, er bummelt schon.

       –   oder   –

Pidewidewit, mein Mann ist kommen.
Pidewidewit, was mitgebracht?
Pidewidewit, ein’n Sack voll Kohlen
Pidewidewit, er hat’s gestohlen.
Pidewidewit, er soll an Galgen.
Pidewidewit, er hängt schon dran.

Reime aus alten Zeiten.

 

„von“ Fallersleben



An meine Heimat dacht‘ ich ‚eben,
Da schrieb ich mich „von Fallersleben.“
Ich schrieb’s und dachte nie dabei
An Staatscensur und Polizei.
So schrieben sich viel Biederleute
Nach ihrem Ort und thun’s noch heute,
Und keiner dachte je daran,
Durch von wird er ein Edelmann.

Hoffmann von Fallersleben


Das Licht



Gott ist das Licht, das selber nie gesehen, alles sichtbar macht und sich in Farben verkleidet. Nicht dein Auge empfindet den Strahl, aber dein Herz dessen Wärme.

Johann Paul Friedrich Richter

Mondenschein . . . .



Draußen ist Mondenschein.
Die Strahlen flimmern durch die Scheiben
In’s enge Kämmerlein:
Wie soll ich Armer ruhig bleiben?

Die Schatten meiner Freunde steigen auf
Vor meiner Seele, es beginnet
Erinnerung den schmerzenreichen Lauf,
Und die verhaltne Zähre rinnet.

Die ich zur Noth durch Thätigkeit bezwang,
Die Schwermuth naht in stummen Nächten
Es stockt im Busen frischer Lebensdrang,
Denk‘ ich, was düstre Parzen flechten.

Verschonet denn das tödtliche Geschoß
Des Mannes Kraft, der Jugend Blume?
Die Helden überdecket traurig Moos,
Vergessenheit nagt an dem Ruhme.

Erblühet wohl ein Frühling andrer Welt
Der Schönheit auserkornen Söhnen?
Die schöpferisch die Welt beseelt
Mit Liedern lieblicher Camönen.

Ein Rasenhügel, mit dem Kreuz bepflanzt,
Verbirgt verblichne Herrlichkeiten;
Worüber Leichtsinn, wie Mänaden, tanzt,
Und jauchzende Geschlechter gleiten.
Denn rother May ist da — das Blut erbraust,
Und jagt zu heitern Wechselreigen:
Was kümmert dich, wer in der Tiefe haust?
Bekränze dich mit Kirschenzweigen !

Nur hurtig durch das bunte Leben fort,
Weil Winde noch die Segel schwellen;
Wer wird sich mit dem grauenvollen Dort
Der raschen Stunde Lust vergällen?

Und achtlos um der Menschen thöricht Thun
Jagt Helios die Flammenpferde:
Wie aber — wenn die keusche Göttin nun
Herunterschaut auf ihre Erde?

Sie hüllet sich im Wolkenschleyer ein.
Ihr Zorn verschmilzt in heil’ge Trauer
Um unser Loos — dann wirft sie ihren Schein
Auf eines Kirchhofs alte Mauer.

Johann Baptist Mayrhofer — 1824

Leben



Es gibt drei Wörter,

die alles zusammenfassen,

das ich über das Leben gelernt habe:

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Robert Frost

Du brauchst nicht schrecken über kleine Dinge.

Eine neue Tradition . . .



Currywurst

So geschnitten oder ganz? Wie isst du es wenn kein Gabel gibt.?

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